Valentin

Das Projekt „Valentin“ thematisiert die mit der Etablierung von E-Government-Anwendungen verbundene „Verwaltungsentgrenzung“ im Internet und den dadurch sichtbar werdenden grundsätzlichen Restrukturierungsbedarf der gesamten öffentlichen Verwaltung.
„Electronic Government“ wird noch spröde „als Abwicklung geschäftlicher Prozesse im Zusammenhang mit Regieren und Verwalten (Government) mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechniken über elektronische Medien definiert“. Valentin will diese kryptisch anmutende Worthülse mit Leben füllen und mit konkreten Reformvorschlägen und Anwendungen dafür sorgen, dass das komplette Potential des E-Government bei der anstehenden Verwaltungsmodernisierung zum Tragen kommt. Denn hinter dem sperrigen Begriff „E-Government“ steckt weit mehr als eine technische Modewelle, nämlich das Potential einer umfassenden Funktionalreform der Arbeit der öffentlichen Verwaltung auf allen Ebenen. Der neue technisierte und teils automatische Zugriff auf Abläufe, Daten und Objekte der Verwaltung, deren Entgrenzung von Raum, Zeit und hierarchischen Strukturen, führt auf Dauer zu einem Abbau von Bürokratie und Überregulierung, der sowohl für die Bürger als auch für die Verwaltung selbst Mehrwert verspricht.
Eine besondere Herausforderung dieses Prozesses wird dabei sein, die unverzichtbaren rechtsstaatlichen Anforderungen an die Verwaltung, nämlich Transparenz, Kompetenz und Zurechenbarkeit, mit den neuen Möglichkeiten der „Entgrenzung“ in Einklang zu bringen.
Derzeit stellen sich diese Probleme vor allem in den Bereichen des „Privat Public Partnership“ und dem „Outsourcing von IT-Dienstleistungen“. Hierzu haben sich erste Forschungsergebnisse von Valentin bereits gewinnbringend in der Praxis etabliert.